Entwicklung der Anlage
- 1874
Friedhof der Gemeinde Schwabing
Der Friedhof der damals selbstständigen Gemeinde Schwabing bestand bereits, bevor er in die spätere Großanlage einbezogen wurde.
- 1896–1899
Bauten von Hans Grässel
Aussegnungshalle, Leichenhalle und Mauereinfriedung wurden nach Entwürfen des Stadtbaurats Hans Grässel errichtet.
- 1899
Eröffnung des Nordfriedhofs
Seit seiner Eröffnung wurde der Nordfriedhof neunmal erweitert.
- 1950
Ehrenhain für Luftkriegsopfer
Ein Begräbnisplatz für 2.099 Opfer wurde zum Ehrenhain umgestaltet; das Bronzedenkmal schuf Hans Wimmer.
- 1962
Urnenhalle
Die von Eugen Jacoby geplante Urnenhalle ergänzte die Anlage.
- 2019–2020
Rückkehr der Sphingen
Die beiden rekonstruierten Skulpturen wurden wieder am Portal der Aussegnungshalle aufgestellt.
Architektur und Raumwirkung
Der achteckige Kuppelbau der Aussegnungshalle ist das Erkennungszeichen des Nordfriedhofs. Hans Grässel orientierte sich an frühchristlichen Bauwerken: Die Pfeiler- und Säulenordnung im Inneren nimmt San Vitale in Ravenna auf; weitere Gestaltungselemente erinnern an Sant’Apollinare in Classe.
Vom Kuppelbau führt der Weg über Treppen in das Forum. Symmetrie, Urnenmauern, Urnenhallen und Brunnenanlagen strukturieren das Gelände. Bei einer Umgestaltung im Jahr 1958 wurde das ursprüngliche Kuppelgemälde weiß übertüncht.
Literarischer Bezug und Erinnerung
Thomas Mann griff die Aussegnungshalle in seiner Novelle „Der Tod in Venedig“ in veränderter Form auf. Im nördlichen Bereich erinnert der Ehrenhain an die Opfer des Luftkriegs. Dort sind 2.099 Menschen bestattet.
Der Rundgang verbindet die Aussegnungshalle, die Sphingen, die Urnenwände, die Urnenhalle und den Ehrenhain auf der Karte.